DNS steht für Domain Name System, aber den Namen muss sich niemand merken. Wichtiger ist das Bild dahinter: DNS ist das Adressbuch des Internets. Es übersetzt die Adresse, die Menschen eingeben, etwa Ihre Domain, in die technische Adresse des Servers, auf dem Ihre Website liegt. Ohne DNS müsste man sich für jede Seite eine lange Zahlenkombination merken.
Dieses Wissen ist mehr als Theorie. Sobald Sie umziehen, eine Domain verbinden oder E-Mail einrichten, haben Sie es mit DNS zu tun. Und weil eine falsche Einstellung hier dazu führen kann, dass die Seite weltweit nicht mehr erreichbar ist, lohnt es sich, die Grundbegriffe zu kennen.
Wie DNS funktioniert, in einem Bild
Stellen Sie sich vor, jemand tippt Ihre Domain in den Browser. Im Hintergrund passiert dann blitzschnell Folgendes: Der Browser fragt das DNS, wohin diese Domain zeigt. Das DNS schaut im Adressbuch nach und antwortet mit der technischen Adresse des Servers. Der Browser verbindet sich mit diesem Server, und die Seite erscheint. Das Ganze dauert Bruchteile einer Sekunde.
Die Einträge in diesem Adressbuch verwaltet der sogenannte Nameserver. Er ist die Stelle, die verbindlich Auskunft darüber gibt, wohin Ihre Domain und ihre Unterdienste zeigen. Wer den Nameserver wechselt, übergibt die Verwaltung des Adressbuchs an eine andere Stelle, und genau hier passieren die meisten Fehler.
Die wichtigsten DNS-Einträge
- A-Record. Verbindet Ihre Domain mit der technischen Adresse des Servers. Der wichtigste Eintrag, damit die Website erreichbar ist.
- CNAME. Ein Verweis von einer Adresse auf eine andere, etwa von der www-Variante auf die Hauptdomain.
- MX-Record. Legt fest, welcher Server für Ihre E-Mails zuständig ist. Falsch gesetzt, kommen keine Mails mehr an.
- TXT-Record. Enthält Textinformationen, oft für die Bestätigung von Diensten oder den Schutz vor Mail-Fälschung.
- Nameserver-Eintrag. Legt fest, welche Server überhaupt für die Verwaltung des Adressbuchs zuständig sind.
Warum DNS-Änderungen mit Vorsicht zu behandeln sind
- Vorher den Ist-Zustand notieren: Bevor Sie etwas ändern, schreiben Sie die aktuellen Einträge ab oder machen einen Screenshot. So können Sie im Zweifel den alten Zustand wiederherstellen.
- Nur ändern, was Sie verstehen: Fassen Sie nur die Einträge an, deren Zweck Ihnen klar ist. Ein versehentlich geänderter MX-Record etwa legt still Ihre E-Mails lahm, ohne dass die Website betroffen wäre.
- Geduld einplanen: DNS-Änderungen brauchen Zeit, bis sie weltweit gelten, von wenigen Minuten bis zu rund 48 Stunden. In dieser Übergangszeit sehen manche Besucher schon das Neue, andere noch das Alte.
- Nach der Änderung prüfen: Mit Online-Werkzeugen lässt sich kontrollieren, wohin Ihre Domain aktuell zeigt. So sehen Sie, ob die Änderung korrekt und überall angekommen ist.
Der gefährlichste Schritt: der Wechsel der Nameserver. Damit übergeben Sie die gesamte Verwaltung des Adressbuchs an eine andere Stelle. Sind dort nicht alle Einträge korrekt hinterlegt, verschwindet die Seite, oder die E-Mails fallen aus. Vor einem Nameserver-Wechsel sollten alle bestehenden Einträge am neuen Ort sauber übernommen sein.
DNS beim Umzug: der häufigste Stolperstein
Die meisten DNS-Probleme entstehen bei einem Umzug. Man wechselt den Hoster, stellt die Nameserver um, und plötzlich ist die Seite weg oder die E-Mails kommen nicht mehr an. Fast immer liegt es daran, dass ein Eintrag vergessen oder falsch übertragen wurde. Deshalb ist es so wichtig, vor dem Umzug alle bestehenden Einträge zu dokumentieren und am neuen Ort vollständig nachzubauen.
Wenn nach einer DNS-Änderung etwas nicht stimmt, ist die erste Frage immer: Wie lange ist die Änderung her? Innerhalb der ersten Stunden kann es schlicht daran liegen, dass die Umstellung noch nicht überall angekommen ist. Erst wenn nach ein bis zwei Tagen noch immer etwas fehlt, ist von einem echten Fehler in den Einträgen auszugehen.
Geduld bei Änderungen, und woran man Fehler erkennt
Ein Punkt, der bei DNS immer wieder für Verwirrung sorgt, ist die Zeit. Anders als die meisten Einstellungen wirken DNS-Änderungen nicht sofort und auch nicht überall gleichzeitig. Das liegt daran, dass die Antworten zwischengespeichert werden, an vielen Stellen im Netz und für eine bestimmte Dauer. Eine Änderung kann deshalb bei manchen Besuchern schon greifen, während andere noch die alte Version sehen. Diese Übergangszeit kann von Minuten bis zu rund zwei Tagen reichen.
Das ist wichtig zu wissen, weil es vor Fehlentscheidungen schützt. Wer kurz nach einer DNS-Änderung in Panik gerät, weil die Seite noch nicht umgezogen scheint, ändert vielleicht voreilig weiter und macht es schlimmer. In den meisten Fällen ist schlicht Geduld die richtige Antwort, sofern der Eintrag selbst korrekt ist.
Ob ein Eintrag korrekt ist, lässt sich mit kostenlosen Online-Werkzeugen prüfen, die anzeigen, wohin eine Domain aktuell zeigt und ob das weltweit einheitlich ist. So erkennen Sie, ob eine Änderung schon angekommen ist oder ob tatsächlich ein Fehler vorliegt, etwa ein Tippfehler in der Zieladresse. Diese Werkzeuge nehmen viel von der Unsicherheit, weil sie sichtbar machen, was sonst im Verborgenen abläuft, und Sie sehen, ob Sie nur warten müssen oder wirklich nachbessern.
Die Kurz-Checkliste
- Aktuelle DNS-Einträge vor jeder Änderung dokumentiert
- Nur Einträge angefasst, deren Zweck klar ist
- Bei einem Nameserver-Wechsel alle Einträge am neuen Ort übernommen
- An MX-Records gedacht, damit die E-Mails weiterlaufen
- Nach der Änderung ein bis zwei Tage Geduld eingeplant
- Mit einem Online-Werkzeug geprüft, wohin die Domain zeigt
DNS ist kein Hexenwerk, sobald man das Bild vom Adressbuch im Kopf hat. Mit etwas Sorgfalt, einer Dokumentation der alten Einträge und der nötigen Geduld lassen sich Änderungen sicher durchführen, ohne dass die Seite verschwindet.
Wenn Sie an Domain und Umzug arbeiten, passen diese Ratgeber: Domain verwalten, Website umziehen und Erreichbarkeit prüfen.
Häufige Fragen
Die Domain ist die Adresse, die Menschen eingeben. DNS ist das System, das diese Adresse in die technische Adresse des Servers übersetzt, damit der Browser weiß, wohin er sich verbinden soll. Die Domain ist also der Name, DNS das Adressbuch dahinter.
Häufig liegt es daran, dass die Änderung noch nicht überall angekommen ist, das kann bis zu zwei Tage dauern. Bleibt die Seite danach weg, ist meist ein Eintrag falsch oder fehlt, oft der A-Record, der die Domain mit dem Server verbindet.
Von wenigen Minuten bis zu etwa 48 Stunden. In dieser Zeit verbreitet sich die Änderung schrittweise über die Server weltweit. Manche Besucher sehen schon das Neue, während andere noch das Alte sehen. Geduld ist hier Teil des normalen Ablaufs.
Ja. Die MX-Records steuern, welcher Server für Ihre E-Mails zuständig ist. Werden sie versehentlich geändert oder beim Umzug vergessen, kommen keine Mails mehr an, während die Website selbst weiterlaufen kann. Deshalb sollte man diese Einträge besonders sorgfältig behandeln.
