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Website umziehen: so bereiten Sie den Wechsel richtig vor

Ein Umzug der Website ist kein Hexenwerk, aber er verzeiht keine Schlamperei. Die meisten Pannen entstehen nicht beim Umzug selbst, sondern weil die Vorbereitung fehlte. Hier ist sie.

Laptop mit einer Website, die gerade Probleme macht

Irgendwann steht bei fast jeder Website die Frage im Raum: Bleiben wir beim alten Hoster oder ziehen wir um? Die Gründe sind vielfältig. Vielleicht ist die Seite langsam geworden, vielleicht stimmt der Service nicht mehr, vielleicht ist ein besseres Angebot aufgetaucht. So oder so gilt: Ein Umzug ist gut machbar, wenn man ihn ruhig und in der richtigen Reihenfolge angeht.

Der entscheidende Satz vorab: Ziehen Sie nie um, bevor Sie eine vollständige Sicherung in der Hand haben. Solange die alte Seite noch läuft, haben Sie ein Sicherheitsnetz. Erst wenn die neue nachweislich funktioniert, wird die alte abgeschaltet. Dieses Prinzip allein verhindert die meisten Katastrophen.

Warum man überhaupt umzieht

Bevor Sie loslegen, lohnt eine ehrliche Bestandsaufnahme. Ist das Hosting wirklich das Problem, oder ist die Seite einfach schlecht optimiert? Manchmal löst ein Umzug ein Problem, das man auch beim alten Anbieter hätte lösen können. Wenn aber die Antwortzeiten dauerhaft schlecht sind, der Support nicht erreichbar ist oder der Tarif nicht mehr passt, dann ist der Wechsel die richtige Entscheidung. Klären Sie vorher, was Sie sich konkret vom neuen Hoster erhoffen, dann können Sie hinterher prüfen, ob sich der Aufwand gelohnt hat.

Was Sie vor dem Umzug unbedingt sichern müssen

Eine Website besteht aus mehreren Teilen, und alle müssen mit. Vergisst man einen, fehlt nach dem Umzug etwas, oft genau das, was man am dringendsten braucht.

  • Alle Dateien. Das gesamte Verzeichnis Ihrer Website per Dateizugriff herunterladen. Bei WordPress sind das vor allem der Uploads-Ordner mit allen Bildern, die Themes und die Plugins.
  • Die Datenbank. Hier liegen alle Texte, Seiten und Einstellungen. Sie wird als Export-Datei gesichert, meist über das Werkzeug phpMyAdmin im Hosting-Panel.
  • Die Zugangsdaten. Notieren Sie sich alle Zugänge: zum alten und neuen Hoster, zur Datenbank, zum Domain-Verwalter, zu allen E-Mail-Konten.
  • Die E-Mail-Postfächer. Ein oft vergessener Punkt. Wenn die Domain auch für E-Mails genutzt wird, müssen die Postfächer und im Zweifel die gespeicherten Nachrichten mit umziehen.

Tipp: Für WordPress gibt es Migrations-Plugins, die Dateien und Datenbank in einem Rutsch verpacken und auf dem neuen Server wieder auspacken. Das nimmt viel Handarbeit ab, ersetzt aber nicht das unabhängige Backup für den Notfall.

DNS-Grundlagen ohne Fachchinesisch

DNS ist der Teil, vor dem die meisten Respekt haben, dabei ist das Prinzip einfach. Stellen Sie sich das DNS als Telefonbuch des Internets vor. Ihre Domain ist der Name, und das DNS sagt dem Browser, bei welchem Server, also unter welcher Nummer, diese Seite zu finden ist. Beim Umzug ändern Sie im Grunde nur einen Eintrag in diesem Telefonbuch, damit er auf den neuen Server zeigt.

Der wichtigste Eintrag ist der sogenannte A-Record, der auf die Adresse des Servers verweist. Daneben gibt es Einträge für E-Mails und weitere Dienste. Eine Besonderheit ist die Wartezeit: Änderungen am DNS verbreiten sich nicht sofort weltweit, sondern brauchen je nach Einstellung von wenigen Minuten bis zu 48 Stunden. In dieser Phase sehen manche Besucher noch die alte, manche schon die neue Seite. Genau deshalb darf die alte Seite in dieser Zeit nicht abgeschaltet werden.

Der Umzug Schritt für Schritt

  1. Neuen Hosting-Platz einrichten: Bestellen Sie den neuen Tarif und richten Sie dort die Grundlagen ein: Datenbank anlegen, Zugänge notieren.
  2. Dateien und Datenbank übertragen: Laden Sie die gesicherten Dateien auf den neuen Server und importieren Sie die Datenbank. Passen Sie die Konfigurationsdatei an die neuen Datenbank-Zugangsdaten an.
  3. Auf dem neuen Server testen: Bevor die Domain umgestellt wird, prüfen Sie die neue Seite über eine vorläufige Adresse oder einen lokalen Eintrag. Funktioniert alles? Sind alle Bilder da, alle Seiten erreichbar?
  4. DNS umstellen: Erst wenn die neue Seite läuft, lassen Sie die Domain auf den neuen Server zeigen. Ab jetzt beginnt die Übergangsphase.
  5. Alte Seite noch laufen lassen: Schalten Sie den alten Server erst ab, wenn die DNS-Umstellung vollständig durch ist und die neue Seite zuverlässig läuft, sicherheitshalber einige Tage später.

Die häufigsten Fehlerquellen

Aus der Praxis kennt man die Stolperstellen gut. Wer sie kennt, umgeht sie:

  • Interne Links auf die alte Adresse. Wenn die Seite vorher unter einer Test- oder alten Adresse lief, zeigen Links und Bildpfade oft noch dorthin. Ein Suchen-und-Ersetzen in der Datenbank räumt das auf.
  • Vergessene E-Mails. Die Website läuft, aber plötzlich kommen keine Mails mehr an, weil die Postfächer beim alten Anbieter geblieben sind.
  • Falsche Dateirechte. Nach dem Übertragen stimmen manchmal die Zugriffsrechte nicht, und die Seite zeigt Fehler. Das lässt sich gezielt korrigieren.
  • SSL vergessen. Das Zertifikat zieht nicht automatisch mit. Auf dem neuen Server muss ein neues eingerichtet werden, sonst warnt der Browser.
  • Zu früh abgeschaltet. Der Klassiker: Die alte Seite wird gelöscht, bevor die DNS-Umstellung durch ist. Dann ist die Seite für einen Teil der Besucher offline.

Was nach dem Umzug zu prüfen ist

Der Umzug endet nicht mit der DNS-Umstellung. Gehen Sie die Seite anschließend gründlich durch: Klicken Sie sich durch die wichtigsten Seiten, testen Sie Formulare, prüfen Sie, ob Bilder geladen werden und ob E-Mails ankommen. Schauen Sie auch in die Google Search Console, ob dort plötzlich Fehler auftauchen. Ein sauber vorbereiteter Umzug fällt für Besucher und für Google idealerweise gar nicht auf.

Den richtigen neuen Hoster auswählen

Wenn Sie schon umziehen, dann am besten gleich zum richtigen Anbieter, damit Sie nicht in einem Jahr erneut packen müssen. Die billigste Option ist selten die beste, aber die teuerste auch nicht automatisch. Es kommt darauf an, was Ihre Seite tatsächlich braucht.

Achten Sie auf ein paar Punkte, die im Alltag wirklich zählen. Wie schnell und auf welchem Weg ist der Support erreichbar, und zwar in Ihrer Sprache? Gibt es eine einfache Möglichkeit, regelmäßige Backups zu erstellen? Lässt sich die PHP-Version selbst einstellen, und werden aktuelle Versionen angeboten? Ist ein SSL-Zertifikat inklusive, idealerweise mit automatischer Einrichtung? Bietet der Hoster eine Testumgebung an, in der Sie Änderungen gefahrlos ausprobieren können? Diese Fragen sagen mehr über die Qualität aus als der reine Monatspreis.

Ein praktischer Hinweis noch: Lesen Sie das Kleingedruckte zur Kündigung beim alten Anbieter, bevor Sie umziehen. Manche Verträge haben Laufzeiten und Fristen, die Sie kennen sollten, damit Sie nicht doppelt zahlen oder die Domain im falschen Moment in der Luft hängt. Planen Sie den Umzug so, dass die neue Seite sicher läuft, bevor beim alten Anbieter irgendetwas ausläuft.

Den richtigen Zeitpunkt wählen und SEO schützen

Ein Umzug hat auch eine Seite, an die viele erst hinterher denken: die Sichtbarkeit bei Google. Wenn alles sauber läuft, merkt die Suchmaschine vom Wechsel kaum etwas. Geht aber etwas schief, kann die Seite vorübergehend Rankings verlieren. Mit ein wenig Umsicht lässt sich das vermeiden.

Wählen Sie zunächst einen ruhigen Zeitpunkt. Ein Umzug am Freitagabend vor einem langen Wochenende ist keine gute Idee, denn wenn etwas klemmt, sitzen Sie womöglich tagelang auf einem Problem, während der Support schwer erreichbar ist. Besser ist ein Zeitfenster mit wenig Besuchern, an dem Sie und im Zweifel auch Ihr Hoster gut ansprechbar sind. Achten Sie außerdem darauf, dass die Adressen Ihrer Seiten gleich bleiben. Wenn eine Unterseite vorher unter einer bestimmten Adresse erreichbar war, sollte sie das auch nachher sein. Ändern sich Adressen doch, richten Sie Weiterleitungen ein, damit weder Besucher noch Google ins Leere laufen.

Prüfen Sie nach dem Umzug außerdem, dass die neue Seite nicht versehentlich für Suchmaschinen gesperrt ist. Auf Testservern wird das Indexieren oft absichtlich blockiert, und dieser Schalter wandert bei einem unachtsamen Umzug schon mal mit auf die Live-Seite. Ein kurzer Blick in die entsprechende Einstellung erspart Ihnen die böse Überraschung, wochenlang aus den Suchergebnissen zu verschwinden.

Sonderfälle: Shops, viele Mails, große Seiten

Nicht jeder Umzug ist gleich. Bei einer kleinen Visitenkarten-Website ist die Sache überschaubar. Sobald aber besondere Anforderungen dazukommen, steigt die Komplexität spürbar, und es lohnt sich, das vorher zu wissen.

Ein Online-Shop ist der anspruchsvollste Fall. Hier laufen oft laufend Bestellungen ein, und während des Umzugs darf keine davon verloren gehen. Das erfordert ein durchdachtes Vorgehen, bei dem man den Shop kurz in einen Wartungsmodus versetzt, damit zwischen Sicherung und Umstellung keine neuen Daten entstehen, die dann fehlen. Bei vielen E-Mail-Konten wiederum ist die Übertragung der gespeicherten Nachrichten die eigentliche Arbeit, nicht die Website selbst. Und bei sehr großen Seiten mit vielen Gigabyte an Daten kann allein das Hoch- und Herunterladen Stunden dauern, was man einplanen muss. In all diesen Fällen gilt mehr denn je: lieber einmal zu viel sichern und testen als hinterher Daten vermissen.

Die Umzugs-Checkliste

  • Vollständiges Backup von Dateien und Datenbank liegt unabhängig vor
  • Alle Zugangsdaten sind notiert
  • E-Mail-Postfächer sind bedacht
  • Neue Seite ist vor der DNS-Umstellung getestet
  • SSL ist auf dem neuen Server eingerichtet
  • Interne Links und Pfade sind angepasst
  • Alte Seite läuft noch, bis die Umstellung sicher durch ist
  • Nach dem Umzug sind Seiten, Formulare und E-Mails geprüft

Mit dieser Vorbereitung wird aus dem gefürchteten Umzug eine planbare Sache. Der Schlüssel ist nicht technisches Genie, sondern die richtige Reihenfolge und die Geduld, die alte Seite erst loszulassen, wenn die neue wirklich steht.

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Häufige Fragen

Bei guter Vorbereitung gar nicht. Weil die neue Seite schon läuft, bevor die Domain umgestellt wird, und die alte parallel weiterläuft, gibt es im Idealfall keine Ausfallzeit. Sichtbar wird der Wechsel nur, wenn man zu früh die alte Seite abschaltet.

DNS-Änderungen werden über viele Server weltweit zwischengespeichert. Die sogenannte TTL legt fest, wie lange. Solange ein Server den alten Eintrag noch gespeichert hat, schickt er Besucher zur alten Seite. Erst wenn überall der neue Eintrag gilt, ist der Umzug vollständig durch.

Ja, das nennt sich Domain-Transfer und ist getrennt vom reinen Hosting-Umzug. Es ist nicht zwingend nötig: Man kann die Domain beim alten Anbieter lassen und nur auf den neuen Server zeigen lassen. Wer alles an einem Ort haben will, transferiert die Domain zusätzlich mit.

Für einfache Seiten reichen Sorgfalt und etwas Einarbeitung, gerade mit einem Migrations-Plugin. Komplexer wird es bei großen Shops, vielen E-Mail-Konten oder individuellen Server-Einstellungen. Im Zweifel ist es günstiger, den Umzug fachlich begleiten zu lassen, als hinterher Datenverlust zu reparieren.

Der Umzug ist schiefgegangen?

Wenn nach dem Wechsel Daten fehlen, die Seite Fehler zeigt oder die alte Version weg ist, bevor die neue lief, ist schnelles und richtiges Handeln gefragt. Die Leute von webseitenrettung.de retten genau solche fehlgeschlagenen Umzüge regelmäßig.

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