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Backup-Strategie für die Website: das wichtigste Sicherheitsnetz

Ein Backup ist langweilig, bis zu dem Tag, an dem es alles rettet. Die meisten Betreiber denken zu spät daran. Hier erfahren Sie, wie eine Strategie aussieht, auf die im Ernstfall wirklich Verlass ist.

Laptop mit einer Website, die gerade Probleme macht

Es gibt zwei Sorten von Website-Betreibern: die, die Backups machen, und die, die noch keinen Datenverlust erlebt haben. Das ist überspitzt, trifft aber einen wahren Kern. Kaum jemand kümmert sich um Backups, solange alles läuft. Und fast jeder schwört sich, es ab sofort zu tun, nachdem einmal etwas verloren ging. Ersparen wir uns den schmerzhaften Lernweg und richten das Sicherheitsnetz vorher ein.

Der zentrale Gedanke ist beruhigend einfach: Mit einem aktuellen, funktionierenden Backup ist fast kein Schaden endgültig. Gehackt, kaputtes Update, versehentlich gelöscht, Server abgeraucht: In all diesen Fällen ist ein gutes Backup der Unterschied zwischen einem ärgerlichen Nachmittag und einem ruinierten Projekt. Es lohnt sich also, das einmal richtig aufzusetzen.

Warum Backups so oft fehlen oder nutzlos sind

Backups scheitern selten an bösem Willen, sondern an drei Denkfehlern. Der erste: Mein Hoster macht das schon. Viele Hoster erstellen tatsächlich Sicherungen, aber oft nur für den eigenen Notfall, nicht für Ihren. Im Ernstfall kommen Sie da nicht oder nur gegen Gebühr heran, und manchmal ist die Sicherung älter, als Ihnen lieb ist. Verlassen Sie sich nie allein darauf.

Der zweite Denkfehler: Ich habe doch mal eines gemacht. Ein Backup von vor einem Jahr ist im Zweifel wertlos, weil seither unzählige Änderungen passiert sind. Und der dritte, gefährlichste: Ich habe ein Backup, also bin ich sicher. Wer nie geprüft hat, ob sich das Backup auch wiederherstellen lässt, hat womöglich nur eine Datei, die im Ernstfall versagt. Ein ungetestetes Backup ist eine Hoffnung, kein Schutz.

Was alles gesichert werden muss

Eine Website besteht aus mehreren Teilen, und ein vollständiges Backup umfasst sie alle. Fehlt ein Teil, ist die Wiederherstellung im Ernstfall lückenhaft.

  • Die Dateien. Dazu gehören alle hochgeladenen Bilder und Dokumente, das Theme, die Plugins und sämtliche Programmdateien.
  • Die Datenbank. Hier liegen alle Texte, Seiten, Einstellungen, Kommentare und bei Shops die Bestellungen. Ohne Datenbank haben Sie eine leere Hülle.
  • Die Konfiguration. Einstellungen des Servers, Weiterleitungen und ähnliche Feinheiten, die oft übersehen werden.

Ein gutes Backup-Werkzeug sichert Dateien und Datenbank zusammen, damit beide zum selben Zeitpunkt passen. Werden sie getrennt und zu unterschiedlichen Zeiten gesichert, kann es bei der Wiederherstellung zu Unstimmigkeiten kommen.

Die 3-2-1-Regel als bewährter Maßstab

In der Welt der Datensicherung gibt es eine simple Faustregel, die sich seit Jahrzehnten bewährt: die 3-2-1-Regel. Sie besagt, dass Sie mindestens drei Kopien Ihrer Daten haben sollten, auf zwei verschiedenen Medien oder Speicherorten, und davon mindestens eine an einem anderen physischen Ort.

  1. Drei Kopien: Das Original auf dem Server plus mindestens zwei Sicherungen. Eine einzige Kopie genügt nicht, denn auch Sicherungen können beschädigt werden.
  2. Zwei verschiedene Orte: Nicht alle Kopien am selben Platz. Liegt das Backup auf demselben Server wie die Website, ist es bei einem Serverausfall gleich mit verloren.
  3. Eine Kopie außer Haus: Mindestens eine Sicherung an einem völlig getrennten Ort, etwa in einem Cloud-Speicher oder auf einer externen Festplatte. So überlebt sie selbst dann, wenn der Server komplett ausfällt.

Diese Regel klingt nach Aufwand, lässt sich aber mit den richtigen Werkzeugen weitgehend automatisieren. Wichtig ist das Prinzip: nicht alle Eier in einen Korb.

Wie oft sollte gesichert werden?

Die Antwort hängt davon ab, wie oft sich Ihre Seite ändert. Stellen Sie sich die Frage: Wie viel Arbeit bin ich bereit zu verlieren? Wenn Sie täglich neue Inhalte veröffentlichen oder ein Shop laufend Bestellungen entgegennimmt, sollte täglich gesichert werden, bei Shops sogar häufiger. Ändert sich auf Ihrer Seite nur selten etwas, reicht eine wöchentliche Sicherung.

Ein bewährtes Vorgehen ist, regelmäßige automatische Backups mit zusätzlichen manuellen Sicherungen vor riskanten Aktionen zu kombinieren. Bevor Sie ein großes Update einspielen oder größere Änderungen vornehmen, erstellen Sie zusätzlich von Hand ein frisches Backup. So haben Sie immer einen unmittelbaren Rückfahrschein, falls die Änderung schiefgeht.

Automatisch statt von Hand

Backups, die man von Hand machen muss, werden vergessen. Das ist keine Frage der Disziplin, sondern menschlich. Deshalb sollte die Sicherung automatisch laufen. Für WordPress gibt es bewährte Backup-Plugins, die nach einem Zeitplan sichern und die Kopien direkt in einen externen Speicher übertragen. Einmal eingerichtet, läuft das im Hintergrund, ohne dass Sie daran denken müssen.

Tipp: Lassen Sie sich nach jedem automatischen Backup eine kurze Bestätigung per E-Mail schicken. So merken Sie sofort, wenn die Sicherung einmal nicht durchläuft, statt es erst im Ernstfall festzustellen.

Der eigentliche Test ist die Wiederherstellung

Hier kommt der Punkt, den fast alle auslassen, und der doch der wichtigste ist. Ein Backup hat nur einen Zweck: im Ernstfall wieder eingespielt zu werden. Ob das funktioniert, wissen Sie erst, wenn Sie es einmal ausprobiert haben. Ein Backup, das sich nicht wiederherstellen lässt, ist kein Backup.

Testen Sie die Wiederherstellung deshalb mindestens einmal, idealerweise in einer Testumgebung, damit die Live-Seite unberührt bleibt. Prüfen Sie, ob nach dem Einspielen wirklich alles da ist: Inhalte, Bilder, Einstellungen, Funktionen. Erst dann wissen Sie, dass Ihr Sicherheitsnetz im Ernstfall trägt. Dieser eine Test verwandelt eine vage Hoffnung in echte Sicherheit.

Voll, inkrementell, manuell: die Arten verstehen

Nicht jedes Backup funktioniert gleich, und die Unterschiede sind im Alltag durchaus relevant. Ein Vollbackup sichert jedes Mal die komplette Website. Das ist gründlich, braucht aber viel Speicherplatz und Zeit. Ein inkrementelles Backup sichert nach einem ersten Vollbackup nur noch das, was sich seither geändert hat. Das ist schnell und sparsam, dafür hängen die einzelnen Stände voneinander ab.

Für die meisten Websites ist eine Mischung ideal: in größeren Abständen ein Vollbackup, dazwischen häufige inkrementelle Sicherungen. Gute Backup-Werkzeuge nehmen Ihnen die Entscheidung weitgehend ab und verwalten das im Hintergrund. Wichtig ist vor allem, dass Sie verstehen, was Ihr Werkzeug tut, damit Sie im Ernstfall wissen, welchen Stand Sie wiederherstellen. Daneben bleibt das gelegentliche manuelle Backup vor riskanten Aktionen ein bewährter Reflex, weil es Ihnen einen klar benannten Rückkehrpunkt gibt, den Sie selbst gesetzt haben.

Vom Backup zum Notfallplan

Ein Backup ist die halbe Miete. Die andere Hälfte ist zu wissen, was im Ernstfall zu tun ist. Wenn die Seite plötzlich weg oder beschädigt ist, ist das ein denkbar schlechter Moment, um erst zu überlegen, wo die Sicherung liegt und wie man sie einspielt. Ein kurzer, schriftlich festgehaltener Notfallplan macht den Unterschied zwischen Panik und ruhigem Handeln.

So ein Plan muss nicht umfangreich sein. Notieren Sie, wo Ihre Backups liegen und wie Sie darauf zugreifen, welche Zugangsdaten Sie dafür brauchen und in welcher Reihenfolge Sie vorgehen. Halten Sie fest, wen Sie kontaktieren, wenn Sie selbst nicht weiterkommen, sei es der Hoster oder ein Dienstleister. Bewahren Sie diese Notizen an einem Ort auf, der unabhängig von der Website erreichbar ist, denn wenn die Seite ausfällt, nützt ein Plan wenig, der nur auf ebendieser Seite liegt. Mit dieser kleinen Vorbereitung verwandeln Sie das Backup von einer reinen Datei in ein einsatzbereites Sicherheitsnetz.

Die Backup-Checkliste

  • Dateien und Datenbank werden zusammen gesichert
  • Es gibt mehrere Kopien an verschiedenen Orten
  • Mindestens eine Kopie liegt getrennt vom Server
  • Die Sicherung läuft automatisch nach Zeitplan
  • Die Häufigkeit passt zur Änderungsrate der Seite
  • Vor riskanten Aktionen wird zusätzlich von Hand gesichert
  • Die Wiederherstellung wurde mindestens einmal erfolgreich getestet
  • Eine Benachrichtigung meldet fehlgeschlagene Backups

Wer diese Punkte umsetzt, kann vielen Katastrophen gelassen entgegensehen. Das Backup ist die unscheinbarste, aber wirkungsvollste Investition in die eigene Website. Es kostet wenig und rettet im Ernstfall alles.

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Häufige Fragen

Als alleinige Absicherung nicht. Hoster-Backups sind oft für deren eigenen Notfall gedacht, nicht im Detail für Ihren. Der Zugriff kann eingeschränkt, kostenpflichtig oder zeitlich begrenzt sein. Nutzen Sie es gern als zusätzliche Ebene, aber verlassen Sie sich nicht allein darauf.

Ideal ist ein Ort, der vom Webserver getrennt ist, etwa ein dafür vorgesehener Cloud-Speicher oder eine externe Festplatte. Wichtig ist, dass ein Problem auf dem Server, sei es ein Ausfall oder ein Hack, das Backup nicht mitreißt.

Es ist klug, mehrere Generationen vorzuhalten, also nicht nur das letzte, sondern auch ältere Stände. So können Sie auf einen Zeitpunkt vor einem Problem zurückgehen, das Sie erst später bemerken, etwa einen Hack, der schon vor Tagen passiert ist. Mehrere Wochen Vorlauf sind eine vernünftige Spanne.

Dann hängt viel davon ab, ob beim Hoster noch eine Sicherung existiert oder ob sich Daten anderweitig rekonstruieren lassen. Das ist Fall für Fall verschieden und manchmal heikel. In solchen Situationen kann fachliche Hilfe retten, was noch zu retten ist, bevor durch eigenes Probieren mehr verloren geht.

Daten weg und kein Backup da?

Wenn etwas gelöscht oder überschrieben wurde und Sie keine Sicherung haben, ist nicht zwangsläufig alles verloren. Oft lässt sich noch etwas retten, wenn man schnell und richtig vorgeht. Die Leute von webseitenrettung.de kennen die Wege, an die man selbst nicht denkt.

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