WordPress betreibt einen großen Teil aller Websites weltweit, und das hat einen Preis: Wenn etwas klemmt, klemmt es bei sehr vielen Menschen auf ähnliche Weise. Die gute Nachricht daran ist, dass die typischen Fehlermeldungen gut dokumentiert und meistens erklärbar sind. Dieser Ratgeber ist als Nachschlagewerk gedacht. Sie müssen ihn nicht von vorn bis hinten lesen, springen Sie zu der Meldung, die Sie gerade sehen.
Eines vorab, weil es Nerven spart: Eine Fehlermeldung bedeutet fast nie, dass Ihre Inhalte verloren sind. In den allermeisten Fällen liegt das eigentliche Problem an einem Plugin, einem Theme oder einer Einstellung, während Texte und Bilder unangetastet in der Datenbank liegen. Der Schreck ist groß, der tatsächliche Schaden meist klein.
Erst mal tief durchatmen
Bevor wir zu den einzelnen Meldungen kommen, ein genereller Rat: Ändern Sie nichts in Panik. Der häufigste Weg, aus einem kleinen Problem ein großes zu machen, ist hektisches Herumklicken. Notieren Sie sich den genauen Wortlaut der Fehlermeldung, machen Sie wenn möglich einen Screenshot, und überlegen Sie, was Sie zuletzt geändert haben. Sehr oft ist die letzte Aktion auch die Ursache: ein frisch installiertes Plugin, ein Update, eine Anpassung im Theme.
Der weiße Bildschirm des Todes
Sie rufen Ihre Seite auf, und da ist nichts. Kein Text, kein Fehler, nur eine leere weiße Fläche. Das ist der berüchtigte White Screen of Death. Klingt dramatisch, ist aber meist harmlos in der Ursache.
Dahinter steckt fast immer eines von zwei Dingen: ein Plugin- oder Theme-Konflikt oder ein erschöpftes Speicherlimit von PHP. Ein Plugin will mehr Arbeitsspeicher, als der Server ihm zugesteht, und WordPress bricht kommentarlos ab. Zum Eingrenzen hilft es, alle Plugins zu deaktivieren, etwa indem man den Plugin-Ordner per Dateizugriff umbenennt. Kommt die Seite zurück, war es ein Plugin, und Sie können es durch schrittweises Wiedereinschalten finden.
Tipp: Viele Hoster lassen das PHP-Speicherlimit im Kundenbereich anheben. Schon eine Erhöhung von 64 auf 256 Megabyte löst eine erstaunliche Zahl von Weiße-Seite-Problemen.
Fehler 500: Internal Server Error
Der Fehler 500 ist die unbestimmteste aller Meldungen. Er sagt im Grunde nur: Auf dem Server ist etwas schiefgegangen, aber ich kann nicht genau sagen, was. Das ist frustrierend, aber die Verdächtigen sind überschaubar.
Am häufigsten steckt eine beschädigte oder fehlerhafte .htaccess-Datei dahinter, eine zentrale Konfigurationsdatei im Hauptverzeichnis. Manchmal ist es auch wieder ein Plugin-Konflikt oder ein PHP-Fehler. Ein bewährter erster Schritt ist, die .htaccess-Datei umzubenennen und WordPress eine neue erzeugen zu lassen, indem man im Adminbereich die Permalink-Einstellungen einmal neu speichert. Hilft das nicht, geht es weiter mit der Plugin- und Theme-Prüfung.
Es gab einen kritischen Fehler auf dieser Website
Diese Meldung ist neuer und tatsächlich hilfreicher als ihre Vorgänger, denn WordPress schickt dabei oft eine E-Mail an die Administrator-Adresse. Diese E-Mail enthält in der Regel einen Hinweis, welches Plugin oder welche Datei den Fehler ausgelöst hat, manchmal sogar die genaue Zeile im Code. Werfen Sie also unbedingt einen Blick in das Postfach der hinterlegten Admin-Adresse.
WordPress bietet bei dieser Meldung außerdem den sogenannten Wiederherstellungsmodus an. Über einen Link in der E-Mail gelangen Sie in einen abgesicherten Adminbereich, in dem Sie das verursachende Plugin gezielt deaktivieren können, ohne über Umwege gehen zu müssen. Das ist deutlich komfortabler als das frühere Herumprobieren im Blindflug.
Fehler beim Aufbau einer Datenbankverbindung
Diese Meldung ist ernster zu nehmen, weil hier die Verbindung zum Herzstück von WordPress betroffen ist, der Datenbank, in der alle Texte und Einstellungen liegen. Keine Sorge: Auch das bedeutet selten echten Datenverlust, sondern meist nur, dass WordPress die Datenbank gerade nicht erreicht.
Die Ursachen sind typischerweise: falsche Zugangsdaten in der zentralen Konfigurationsdatei, ein überlasteter oder vorübergehend nicht erreichbarer Datenbankserver, oder in selteneren Fällen eine tatsächlich beschädigte Datenbank. Prüfen Sie zuerst beim Hoster, ob der Datenbankdienst läuft. Hat sich nichts an der Konfiguration geändert und tritt der Fehler plötzlich auf, ist häufig der Server kurzzeitig überlastet, und das Problem verschwindet von selbst wieder.
Vorsicht bei der Datenbank-Reparatur: WordPress bringt eine eingebaute Reparaturfunktion mit, die man über einen Eintrag in der Konfigurationsdatei aktiviert. Setzen Sie diesen Eintrag danach unbedingt wieder zurück, sonst kann jeder die Reparaturseite aufrufen.
Weitere häufige Meldungen, kurz erklärt
- Fehler 403, Zugriff verweigert. Der Server lehnt den Zugriff ab. Oft eine Frage von Dateirechten oder einer zu strengen Sicherheitsregel.
- Fehler 404, Seite nicht gefunden. Die angeforderte Adresse existiert nicht. Bei einzelnen Seiten meist ein Tippfehler oder eine gelöschte Seite, bei allen Unterseiten oft ein Problem mit den Permalink-Einstellungen.
- Verbindung abgelaufen, Timeout. Ein Vorgang dauert länger, als der Server erlaubt. Häufig bei Importen, Backups oder schwachem Hosting.
- Sicheres Bild fehlt, gemischte Inhalte. Die Seite läuft über https, lädt aber einzelne Elemente noch über das unsichere http. Der Browser meckert, weil die Verbindung nicht durchgängig verschlüsselt ist.
Erste Hilfe, bevor Sie tiefer graben
Manchmal ist der vermeintliche Fehler gar keiner. Bevor Sie in die Tiefe gehen, lohnen sich ein paar simple Handgriffe, die erstaunlich oft schon das Problem lösen oder zumindest eingrenzen. Sie kosten nichts und dauern keine Minute.
Leeren Sie zuerst den Cache, und zwar gleich an zwei Stellen. Der Browser speichert Seiten zwischen und zeigt Ihnen womöglich eine veraltete, kaputte Version, obwohl die Seite längst wieder läuft. Ein erzwungenes Neuladen oder ein Versuch im privaten Fenster schafft Klarheit. Hat Ihre Seite zusätzlich ein Caching-Plugin, leeren Sie auch dessen Zwischenspeicher. Prüfen Sie außerdem, ob das Problem bei allen Seiten auftritt oder nur bei einer einzigen, ob es auf dem Smartphone genauso aussieht wie am Computer, und ob auch andere Personen es sehen. Diese Beobachtungen verraten oft schon, in welche Richtung Sie suchen müssen.
Ein zweiter wichtiger Punkt ist der Zugang zum Adminbereich. Solange Sie sich dort noch einloggen können, haben Sie viele bequeme Wege, Plugins zu deaktivieren oder das Theme zu wechseln. Ist der Adminbereich selbst nicht mehr erreichbar, führt der Weg über den direkten Dateizugriff per FTP oder über den Dateimanager im Hosting-Panel. Es schadet nie, diese Zugangsdaten griffbereit zu haben, bevor der Ernstfall eintritt. Im Eifer des Gefechts sucht man sie sonst ausgerechnet dann, wenn die Nerven ohnehin blank liegen.
Den Debug-Modus als Detektiv nutzen
WordPress hat einen eingebauten Helfer, der bei der Fehlersuche Gold wert ist: den Debug-Modus. Im Normalbetrieb ist er abgeschaltet, damit Besucher keine technischen Meldungen sehen. Aktiviert man ihn über einen Eintrag in der Konfigurationsdatei, schreibt WordPress jeden Fehler mit genauer Beschreibung in eine Protokolldatei. Statt nur einen weißen Bildschirm zu sehen, lesen Sie dann schwarz auf weiß, welches Plugin in welcher Datei und Zeile gestolpert ist.
Das klingt technischer, als es ist. Sie setzen den Schalter auf aktiv, rufen die fehlerhafte Seite erneut auf und schauen anschließend in die Protokolldatei. Sehr oft steht dort ein klarer Hinweis, etwa der Name eines bestimmten Plugins. Wichtig ist nur: Schalten Sie den sichtbaren Teil des Debug-Modus auf der Live-Seite wieder ab, sobald Sie fertig sind. Sonst bekommen auch Ihre Besucher die technischen Meldungen zu sehen, und manche davon verraten Details über Ihre Installation, die niemand sehen sollte.
Tipp: Wenn Ihnen das Bearbeiten der Konfigurationsdatei zu heikel ist, bieten viele Sicherheits- und Wartungs-Plugins eine komfortable Oberfläche, um den Debug-Modus an- und auszuschalten und die Protokolle bequem zu lesen.
Fehlern vorbeugen, bevor sie entstehen
Die beste Fehlermeldung ist die, die nie erscheint. Ein großer Teil der WordPress-Probleme entsteht bei Updates und Änderungen, die ohne Sicherheitsnetz durchgeführt werden. Wer hier ein paar Gewohnheiten verinnerlicht, erspart sich die meisten Schreckmomente von vornherein.
Die wichtigste Gewohnheit ist das Backup vor jeder größeren Änderung. Bevor Sie ein großes Update einspielen oder ein neues Plugin testen, sichern Sie den aktuellen Stand. Geht etwas schief, sind Sie in Minuten wieder am Ausgangspunkt, statt stundenlang nach der Ursache zu suchen. Die zweite Gewohnheit ist, Änderungen nicht direkt an der Live-Seite vorzunehmen, sondern in einer Testumgebung. Viele Hoster bieten dafür auf Knopfdruck eine Kopie der Seite an, die sogenannte Staging-Umgebung. Dort können Sie alles ausprobieren, ohne dass ein Besucher etwas davon mitbekommt.
Schließlich hilft es, nicht alles auf einmal zu ändern. Wenn Sie zehn Plugins gleichzeitig aktualisieren und danach ein Fehler auftritt, wissen Sie nicht, welches schuld war. Updates in kleinen Häppchen und mit einem prüfenden Blick danach machen die Fehlersuche viel einfacher, falls doch einmal etwas klemmt.
So gehen Sie bei jedem Fehler systematisch vor
- Wortlaut festhalten: Notieren Sie die exakte Meldung und machen Sie einen Screenshot. Das hilft bei der Suche und falls Sie später jemanden um Rat fragen.
- Letzte Änderung zurückdenken: Was haben Sie zuletzt getan? Ein Update, ein neues Plugin, eine Theme-Anpassung? Die Ursache liegt sehr oft genau dort.
- Plugins als Erstes verdächtigen: Deaktivieren Sie alle Plugins und schalten Sie sie einzeln wieder ein, bis der Fehler zurückkommt. So entlarven Sie den Übeltäter.
- Theme prüfen: Wechseln Sie testweise auf ein Standard-Theme. Verschwindet der Fehler, lag es am Theme.
- Backup nutzen, wenn nötig: Wenn Sie nicht weiterkommen und ein aktuelles Backup haben, ist das Zurückspielen oft der schnellste sichere Weg zurück.
Mit dieser Reihenfolge lösen Sie einen Großteil der WordPress-Fehler selbst. Sie ist nicht spektakulär, aber sie funktioniert, weil sie systematisch ausschließt statt blind zu raten.
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Häufige Fragen
In aller Regel nicht. Texte und Einstellungen liegen in der Datenbank, Bilder in einem separaten Ordner. Die meisten Fehlermeldungen betreffen die Anzeige oder die Ausführung von Code, nicht die gespeicherten Inhalte. Selbst beim Datenbankfehler ist die Verbindung gestört, nicht zwangsläufig der Inhalt.
Das ist die zentrale Konfigurationsdatei von WordPress. Sie enthält unter anderem die Zugangsdaten zur Datenbank und einige Grundeinstellungen. Änderungen daran sollten Sie nur mit einem Backup der Datei vornehmen, denn ein Tippfehler legt die ganze Seite lahm.
Prüfen Sie auch den Spam-Ordner. Ist die hinterlegte Adresse veraltet oder nicht erreichbar, kommt die Mail nie an. Dann bleibt der Weg über den Dateizugriff, um Plugins und Theme manuell zu prüfen.
Wenn Sie die Plugin- und Theme-Prüfung durchlaufen haben, kein Backup zum Zurückspielen existiert und der Fehler bleibt, wird es heikel. Spätestens bei einem Datenbankfehler, dessen Ursache Sie nicht finden, ist fachliche Hilfe sinnvoll, bevor durch weiteres Probieren echter Schaden entsteht.
